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01. März
2004 im Mesopotamien Verein Augsburg, Mendelssohnstraße 21,
86154 Augsburg
Anwesende
Personen:
Ca. 60 Interessierte aus den
unterschiedlichsten Vereinen, Religionsgemeinschaften,
Gruppierungen und Netzwerken. Teilnehmer siehe
Anwesenheitsliste.
I:
Begrüßung
Gebro Aydin,
Mesopotamien Verein, freut sich, dass so viele Personen der
Einladung zu dem Netzwerktreffen gefolgt sind und wertet dies
als großes Interesse an dem Theaterprojekt. Er sieht darin
auch ein positives Zeichen für die Bewerbung Augsburgs als
Kulturhauptstadt Europas. Er erläutert kurz die Arbeit des
Mesopotamienvereins und dessen vielfältigen Aktivitäten (La
Piazza, Theaterprojekte "Gilgamesch" und "Babylon", Folklore-
und Musikgruppe, Frauengruppe, ...)
Silvia Pöttinger, Bewerbungsbüro
Kulturhauptstadt und Koordination 450-Jahre Augsburger
Religionsfrieden, dankt dem Mesopotamien Verein für die
Bereitstellung der Räumlichkeiten, die freundliche Bewirtung
und erneute Gastfreundschaft an diesem Abend und bittet alle
Anwesenden, sich in die Adressenliste einzutragen. Sie erklärt
kurz den Ablauf des Abends, an dem zunächst Herr Höft die Idee
des Projekts vorstellen wird, unterstützt von Frau Niemann mit
einer begrifflichen und von Frau Heinrich mit einer
literarischen Annäherung an das Projektthema "Garten Eden –
verlorenes Paradies?".
II: Projektskizze
und Grundzüge des Theaterprojektes "Garten Eden – verlorenes
Paradies?" von Thomas Höft, Intendant der
Kulturhauptstadtbewerbung
Das Thema ist interreligiös und interkulturell
und bietet daher die Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen
Kulturen und Religionen einzubinden. Dies hat sich bei dem
Lilith-Projekt als schwierig erwiesen und deshalb fand die
thematische Erweiterung statt. Der Grundgedanke besteht darin,
nicht auf das bisher Geleistete zu verzichten, sondern es in
einen neuen Kreis mit einem neuen Projekt einzubringen.
Das Theaterprojekt ist auch bedeutend für die
Kulturhauptstadtbewerbung. Es kann ein verwirklichtes Projekt
daraus werden, das u. a. durch Sponsorengelder aus dem
Bewerbungsetat finanziert werden kann. Das 450-jährige
Friedensjubiläum der Stadt im Jahr 2005 bietet für das Projekt
einen besonders passenden Rahmen, denn mit dem Augsburger
Religionsfrieden von 1555 wurde ein Ausgleich zwischen
unterschiedlichen Konfessionen geschaffen. Außerdem kommt die
Paradies-Thematik in fast allen Religionen und Kulturen vor.
Hiermit wird eine Zusammenführung aller Gruppen, Konfessionen
und Menschen möglich, auch weil das Paradies eine enge
begriffliche Verwandtschaft mit Heimat besitzt.
Die Umsetzung des Projekts hängt von der
Mitarbeit und Beteiligung der einzelnen Bürgerinnen und Bürger
sowie Gruppen ab. Zwei Prinzipien sind auch hier wieder
leitend: Partizipation und Mischung. Es wird verschiedenen
Arbeitsgruppen /Workshops geben, an denen man sich beteiligen
kann:
|
- Kreative Schreibwerkstatt mit
Themenfindung und Texterstellung |
|
- Theaterspielen, Tanz, Choreographie |
|
- Kostüme, Bühnenbild, Beleuchtung |
|
- Regie, Dramaturgie |
|
- Musik |
|
- Öffentlichkeitsarbeit |
|
- Organisation |
III: Vorstellung der
Projektmitarbeiter
a) Susanne Niemann,
Politologin, Seminarleiterin, Referentin
Frau Niemann weist
darauf hin, dass sie einigen Anwesenden bereits durch ihre
Vorträge im Rahmen des Lilith-Projekts bekannt sein dürfte.
Seit anderthalb Jahren beschäftigt sie sich nun mit der Figur
der Lilith. Bei der Fragestellung des heutigen Abends
interessiert sie vor allem der Zusammenhang von Paradies und
Frieden und die Rolle der Lilith in bezug auf das verlorene
Paradies. Ihre Thesen hierzu hat sie auf einem Papier
zusammengefasst, das sie an die Anwesenden verteilt. Dieser
spezielle Aspekt wirft beispielsweise die Frage auf, welches
Paradies Lilith, die sich ja freiwillig von Adam trennte, denn
eigentlich verloren hat.
Allgemein
betrachtet kann das Paradies als vielfältiger
Reflexionsbegriff verwendet werden, indem man sich z.B. fragt,
wie das Paradies denn ausgesehen hat und ob der Verlust des
Paradieses mit der „Tödlichkeit des Lebens“ und der
„Vertreibung in die Fremde“ zusammenhängt. Frau Niemann
zitiert im Anschluss hieran ein Beispiel von Hans Blumenberg,
für den die Wiederherstellung des Paradieses bedeutet, „für
alles wieder den richtigen Namen zu haben“.
Frau Niemann wird für das Theaterprojekt den
Bereich Dramaturgie übernehmen.
Herr Höft leitet zum
Beitrag von Frau Heinrich über, indem er Frau Niemann für die
„gedankliche Kompetenz“ dankt, die sie vom Lilith-Projekt her
in das interkulturelle Projekt einbringen kann. Insgesamt
gesehen gibt es für ihn zwei Möglichkeiten, an ein Stück zu
kommen: Entweder man sucht sich ein passendes oder man
schreibt selbst eines. Letzteres wird aktiv von Frau Heinrich
unterstützt, die kreuz und quer durch Deutschland reist, um
Schreib-Workshops zu geben.
b) Jutta Heinrich,
Schriftstellerin, Mitglied im P.E.N.
Frau Heinrich wird den Workshop
"Schreibwerkstatt" leiten. Sie wird einen selbstverfassten
kurzen Text zu diesem Theaterprojekt als Einstimmung auf das
Thema verlesen, doch zunächst stellt sie sich kurz vor:
Sie hat einige Bücher und Theaterstücke
geschrieben und sich darüber hinaus intensiv mit der Bibel
beschäftigt und auseinandergesetzt. Sich selbst bezeichnet
sie, auch gerade in ihrem schriftstellerischen Prozess, als
krisengeschüttelte Person, die von ihren Schreibkrisen öfters
in die Fremde getrieben wurde. Dies war auch der Grund für
sie, Schreibwerkstätten in Bremen, Hamburg, Berlin und
Freiburg usw. für interessierte Laien zu gründen und dabei hat
sie vor allem eines gelernt: „kreative Demut“. Denn das
Bedürfnis zu schreiben, sieht sie auch als Ausdruck für „Reste
von Sinnsuche“ an. Eine Schreibwerkstatt ist ein Ort der
Begegnung, eine Injektion für die teilnehmende Person und das
Schreiben die Einlösung eines Versprechens an sich selbst.
Eine immer wiederkehrende Erfahrung bestätigt Frau Heinrich in
der Auffassung, dass es zwischen sog. „Laien“ und „Künstlern“
eigentlich nur eine hauchdünne trennende Wand gibt.
Nach diesen
einführenden Worten verliest Frau Heinrich ihren Text und
setzt sich beispielsweise mit dem Gedanken auseinander, ob
denn Erkenntnis Sünde sein könne, wenn man eine spielerische
Umdeutung des biblischen Ernstes vornimmt. Sie möchte dazu
verführen, mit ihr gemeinsam vom Baum der Erkenntnis zu essen
und eigene Wunschgärten aufzusuchen. Sie versteht sich als
eine "Handlangerin", die die Lust am Ausdruck und den Mut zur
eigenen Wissbegierde durch ihre Arbeit wecken möchte. Dies
soll in einer Atmosphäre geistreicher Heiterkeit geschehen und
als Untersuchungsgegenstand die Geschichte der Menschheit
haben. Das babylonische Stimmengewirr beispielsweise
bezeichnet sie als Wunder.
Mitzubringen sind für die "Schreibwerkstatt":
|
- Unvoreingenommenheit
und Neugier |
|
- Lust
am Erfinden und Fantasieren |
|
- Begeisterungsfähigkeit
und Freude daran, den „Garten Eden“ zum Blühen zu bringen
und in Sprache zu verwandeln |
|
- Papier, Stift oder
Laptop. |
Als Nachwort hierzu schiebt Frau Heinrich ein,
dass sie vorhat, dasselbe Thema auch in anderen deutschen
Städten in ihren Schreibwerkstätten anzubieten, so dass es
neben dem interkulturellen Zugang auch einen innerstädtischen
Zugang zu diesem Projekt gibt, der eine Fülle von Geschichten
und Erfahrungen zutage fördern soll.
Herr Höft hebt nochmals das Ziel des
"gemeinschaftlichen Miteinanders" hervor und übergibt das Wort
an
c)
Alexander Radulescu,
Regisseur und Preisträger des Förderpreises der Deutschen Bank
für seine Mozartinszenierung, Dramaturg des Bewerbungsbüros.
Herr Radulescu wird für das Theaterprojekt die
Regie übernehmen und den Workshop "Theater / Tanz" leiten. Er
veranschaulicht anhand eines halbgefüllten Glases Apfelsaft,
das er in die Mitte des Raumes stellt, was Theater alles sein
kann. Allein dieses Glas Saft oder Wasser sei bereits Theater,
denn auf seine Weise erzählt es eine Geschichte. Ein Glas
Wasser könne für einen Menschen bereits das Paradies bedeuten.
Es kann als Anstoß dienen, seine Geschichte zu erzählen und
genau dies beabsichtigt er mit seinem Workshop: Theater als
Ort der Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, Konflikte
auszutragen und Fragen nachzuspüren. Z.B. der Frage, was das
Paradies für jeden Einzelnen bedeutet.
Bei diesem Projekt kommt es ihm vor allem auf
die Improvisationsarbeit an. Es steht nicht so sehr die
erlernbare Technik des Sprechens oder des Rezitierens im
Vordergrund sondern die Teilnehmer sollen ermutigt werden,
sich selbst mit ihren Wünschen und Sehnsüchten einzubringen
und ihre eigene Geschichte auf der Bühne zu erzählen, z.B.
welche Gründe es waren, die die Person nach Deutschland
geführt haben.
Die interkulturelle Arbeit bedeutet für Herr
Radulescu auch, offen zu sein für Texte in der jeweiligen
Muttersprache. Spannend erzählte Geschichten in ihrer
Muttersprache hätten einen besonderen Reiz, so dass es für
Beteiligte aus unterschiedlichen Herkunftskulturen keine
sogenannten "Sprachprobleme" gibt.
Mitzubringen sind für den Workshop "Theater /
Tanz":
|
Lust auf Improvisation |
|
Zusammen suchen wir nach Spielsituationen
und Ideen zum Thema Paradies |
|
Bequeme Kleidung und Lust zum
Theaterspielen ohne jegliche Vor-Erfahrung. |
Herr Höft betont, dass die Zusammenarbeit in
dieser Konstellation neu ist und es bisher noch kein
gemeinsames Projekt gegeben hat. Allerdings ist für eine
erfolgreiche künstlerische Arbeit eine "Basis an
Verlässlichkeit" notwendig, diese findet er u.a. bei Edda
Rosemann, mit der er seit über zehn Jahren in den Bereichen
Theater, Oper und Schauspiel zusammenarbeitet. Alle
gemeinsamen Projekte waren von dem Grundgedanken der
Partizipation geleitet und daher ist Frau Rosemann für ihn
eine Meisterin im Zusammensuchen von originellen Idee und
Objekten, auch eine Meisterin im Motivieren und Begeistern von
Menschen. In diesem Sinne stellt das Theater für ihn im
Endeffekt eine "Glücksmaschine" dar mit dem Versuch, dieses
Glück auch auf andere Menschen zu übertragen.
d) Edda Rosemann,
Künstlerin, bekannt durch die künstlerische Begleitung des
"Tunnelprojekts"
Frau Rosemann wird
den Workshop "Bühnenbild" leiten. Sie macht deutlich, dass sie
noch keine festen Vorstellungen in bezug auf die künstlerische
Mitarbeit im Theaterprojekt hat. Vielmehr möchte sie sich von
den Ideen und der Kreativität, die im Werdeprozess entstehen
werden, überraschen lassen. Als Vorbereitung für das heutige
Treffen hat sie in Gedanken einen kurzen Film gedreht und sich
auf diese Weise mit dem Thema "Paradies" auseinandergesetzt.
Sie beschreibt den "Film" wie folgt: Er besteht aus vielen
kleinen Aufnahmen eines Bildes, das sie fotografiert hat.
Jedes Bild steht für eine mögliche Blickperspektive auf das
Ganze und am Ende des Films wird der Satz eingeblendet, dass
das Paradies bzw. das Glück übertragbar sei.
Frau Rosemann beschreibt kurz für alle
Teilnehmer die spannende und erfolgreiche Arbeit bei der
Ausmalung des Tunnels. Allein schon die Zusammenarbeit in
diesem Projekt mit den aufgeschlossenen Menschen war für sie
eine Bereicherung und sei daher schon "paradiesisch" gewesen.
So möchte sie es auch gerne mit dem neuen Projekt halten, das
sie nicht als ein fertig gefasstes Vorhaben ansieht, sondern
als eine Quelle, die Kreativität ringsherum zu entfalten. Sie
kann sich vorstellen die Idee eines Paradieses mit den
Lieblingsdingen in Verbindung zu bringen, mit denen sich jeder
Einzelne gerne umgibt.
e) Silvia Pöttinger,
Referentin für Frieden und Interkulturalität im Bewerbungsbüro
und Koordination 450-Jahre Augsburger Religionsfrieden
Frau Pöttinger hat die organisatorische Leitung
und Koordination des Theaterprojekts inne. Sie erklärt den
organisatorischen Ablauf der Arbeitsgruppen / Workshops und
die Ziele der Netzwerktreffen: In regelmäßigen Abständen von
ca. drei Monaten treffen sich alle wieder zu einem gemeinsamen
Netzwerktreffen, um über die Ergebnisse aus den jeweiligen
Arbeitsgruppen / Workshops zu berichten und alle wieder auf
den aktuellen Projektstand zu bringen.
Anschließend verteilt sie Listen mit den
Workshop-Angeboten und bittet darum, sich für die
entsprechenden Workshops anzumelden. Mehrfache Eintragungen
bei Interesse an mehreren Workshops sind möglich, denn evtl.
haben manche Personen Interesse daran, an mehreren Workshops
mitzumachen bzw. am Anfang erstmal "hineinzuschnuppern". Aus
diesem Grunde wurden beispielsweise die Termine für die ersten
Workshops "Schreibwerkstatt" und "Theater / Tanz" auf die
gleichen Wochenenden in denselben Räumlichkeiten (aber
natürlich in getrennten Räumen) gelegt. Zwischen beiden
Bereichen gibt es keine eindeutige Trennung, da in der
praktischen Arbeit Idee und Ausführung immer aufeinander
bezogen sind.
IV: Organisatorisches
a) Wann finden die Workshops
statt?
Wir beginnen mit den Workshops
"Schreibwerkstatt" und "Theater / Tanz". Um eine intensive und
kontinuierliche Arbeit zu ermöglichen, wurden die Termine für
die Workshops auf Wochenenden gelegt:
erstes Wochenende:
16./17./18. April 2004
Freitag,
16.04.04: 18.00 - 20.00 Uhr Dieses Treffen dient
dem gegenseitigen Kennenlernen der Teilnehmer. Die
Workshop-Leiter geben einen Einblick in den Ablauf und die
Vorgehensweise.
Samstag, 17.04.04: 10.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 18.04.04: 10.00 - 16.00 Uhr
zweites Wochenende:
01./02. Mai 2004
Samstag, 01.05.04: 10.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 02.05.04: 10.00 - 16.00 Uhr
drittes Wochenende:
22./23. Mai 2004
Samstag, 22.05.04: 10.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 23.05.04: 10.00 - 16.00 Uhr
Die Termine für die restlichen drei Workshops
(insgesamt sind zur Zeit ca. sechs geplant) werden nach
Absprache mit den Workshopteilnehmern rechtzeitig
bekanntgegeben.
Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass die
Teilnahme an allen Workshops für die Teilnehmer kostenfrei
ist. Das Projekt wird aus dem Bewerbungsetat finanziert, wobei
Herr Höft ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich hierbei
nicht um Gelder der Stadt, sondern um private Spenden /
Sponsoren für dieses Projekt handelt.
Außerdem wird darum gebeten, die Projektidee in
der Gruppe, im Bekannten- und Freundeskreis weiterzuverbreiten
und andere Menschen zu den Workshops einzuladen, die zum
Netzwerktreffen an diesem Abend nicht kommen konnten. Zur
leichteren Weitergabe wird ein Flyer erstellt werden (siehe
Anlage). Neue Teilnehmer sollten sich bitte bei Frau Pöttinger
(Tel.: 0821/ 324- 3262; E-Mail:
silvia.poettinger@augsburg.de) melden.
Der
Termin für die Premiere wird auf den 04. Juni 2005 festgesetzt.
Wo
finden die Workshops statt?
Die Sparda-Bank
Augsburg eG, eine der Hauptsponsoren der Bewerbung Augsburgs
als Kulturhauptstadt, stellt freundlicher Weise zu sehr
günstigen Konditionen ihr Tagungszentrum zur Verfügung. Die
Adresse lautet:
Sparda-KomMed-Zentrum (Gebäude neben der Sparda Bank)
Prinzregentenstr. 25
4. Stock
86150
Augsburg
Das Tagungszentrum ist mit öffentlichen
Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen (Haltestelle
Hauptbahnhof). Vor dem Gebäude gibt es auch einen
gebührenpflichtigen Parkplatz (pro Stunde 1, 35 Euro).
Kaltgetränke können vor Ort gekauft werden, ansonsten ist die
Verpflegung bitte mitzubringen. Für die Mittagspause können
die in der Bahnhofstraße liegenden Cafés, Bäckereien,
Imbissbuden, usw. genutzt werden.
V:
Diskussion
Herr Kruse, Lehrer an der Reichleschen
Wirtschaftsschule und Schulspielleiter,
möchte wissen, wie viele Personen pro Projektgruppe teilnehmen
können und ob die Teilnahme von Schülern angesichts des eher
"hohen Durchschnittsalters" der Anwesenden erwünscht wäre?
→ Frau Heinrich gibt wegen der
intensiven Betreuung für ihre Schreibwerkstatt eine
Höchstgrenze an Teilnehmern von 20-22 Personen an. Es können
sich aber noch Leute anmelden.
→ Herr Radulescu sieht für die
praktische Theaterarbeit anfangs noch keine Personenbegrenzung
vor. Bei starkem Interesse könnten die Workshops evtl.
aufgeteilt werden. Auf jeden Fall gilt gerade für den Anfang
des Projekts die Faustregel: "Umso mehr, desto besser."
Auf alle Fälle sind auch Jugendliche und
Schüler herzlich willkommen an dem Theaterprojekt und den
verschiedenen Workshops teilzunehmen. Wäre schade, wenn "nur"
Erwachsene mitwirken würden.
Frau Roberta Kelly, Sängerin und Leiterin
zweier Gospel-Chöre
möchte nochmals den Sinn und das Ziel des Projekts erläutert
bekommen.
→ Herr Höft sieht das Projekt in seiner
Wirkkraft von zwei Seiten: Die Wirkung erzielt es nach innen
und nach außen. Nach innen dient es dazu, unterschiedlichste
Menschen und Gruppen zusammenzubringen und nach außen ein
interkulturelles Theaterprojekt für die 450-Jahrfeier des
Augsburger Religionsfriedens aus der Bürgerschaft heraus zu
realisieren.
Frau Molando Nardon
meldet sich
zu Wort. Sie ist Deutschlehrerin und freie Autorin und weist
darauf hin, dass sie glaubt, man dürfe das ganze Projekt nicht
zu intellektuell anlegen, um auch wirklich eine breite
Mitarbeit zu gewährleisten. Außerdem interessiert sie,
inwiefern die Workshops aufeinander aufbauen.
→ Frau Heinrich bestätigt den Einwand
von Frau Nardon und versichert, das Projekt solle
intellektuell nicht abgehoben sein, dies wäre ja auch
kontraproduktiv für die freie Kreativität jedes Einzelnen.
→ Herr Radulescu betont, ihm und allen
anderen sei Kontinuität in der Arbeit wichtig. Allerdings soll
die Teilnahme am Projekt nicht scheitern, weil jemand nicht an
allen Terminen Zeit hat.
Es melden sich mehrere junge Frauen der
türkisch-deutschen Theatergruppe "Tiyatro Biber" zu Wort
und eine Frage davon lautet, inwiefern das neue Stück "Garten
Eden – verlorenes Paradies?" nun alt sei, d.h. sich auf Lilith
bezieht?
→ Herr Höft antwortet, dass es im
"Lilith-Projekt" bisher eine intensive Vorarbeit gegeben habe
aber noch keine konkreten Theaterideen umgesetzt wurden. Er
äußert daher den Wunsch an die Teilnehmer aus dem
Lilith-Netzwerk, in dem neuen Projekt "Garten Eden -
verlorenes Paradies?" mitzumachen.
Eine weitere Fragestellerin möchte wissen, wie
groß der Anteil der Lilith am neuen Projekt ausfallen wird?
→ Herr Höft sagt, dies hänge von den
Personen ab, die in dem neuen Projekt mitarbeiten. Insofern
wird es, was die Lilith betrifft, natürlich keine Zensur oder
Denk- und Sprechverbote geben.
Auf die Frage, wie
die Umsetzung dieser Theateridee aussehen wird, antwortet
→ Herr Radulescu, dass das weitere
Vorgehen von den Einträgen in die Workshop-Listen abhängt.
Wenn es viele Überschneidungen in den Sparten Schreiben und
Schauspiel gibt, dann müsste man die Gruppen tageweise
aufteilen. Insgesamt ist es aber besser, wenn ein paralleler
Arbeitsprozess entsteht.
Sonja Fischer, die als Märchenerzählerin
gemeinsam mit ihrem Mann ein eigenes Märchenzelt betreibt,
möchte wissen, wie Künstler, die an einer Mitarbeit
interessiert sind, aber bereits in andere Projekte eingebunden
sind, beim interkulturellen Theater mitmachen können.
→ Herr Höft weist darauf hin, dass dies
auch vom Ausgang dieses Abends abhängig ist. Bei vorhandenen
offenen Bereichen kann über eine professionelle zusätzliche
Ergänzung nachgedacht werden, die evtl. auch finanziell aus
dem für das Projekt eingerichteten Etat vergütet werden kann.
Herr Kruse
von der
Wirtschaftsschule interessiert sich ebenfalls für die
praktische Umsetzung und fragt, inwiefern die Texte aus der
Schreibwerkstatt aufeinander abgestimmt sind und wer
letztendlich darüber entscheidet, ob daraus ein Stück wird
oder nicht.
→ Frau Heinrich
sieht ihre
Aufgabe darin, die Menschen zum Schreiben zu animieren. Dies
kann nicht geschehen, wenn eine zu große Idee das Schreiben
blockiert. Deshalb ist es wichtig, den "großen unverdaulichen
Apfel" in kleine appetitliche Stücke aufzuteilen.
→ Herr Radulescu betont, dass das Stück
auf der Grundlage der Texte aus der Schreibwerkstatt
zustandekommen wird. Die Zusammenstellung dieser Ideen erfolgt
durch die gemeinsame Auswahl der Projektleiter.
→ Herr Höft sieht ebenfalls die Gefahr
durch eine zu starke anfängliche Festlegung die Kreativität
jedes Einzelnen zu behindern. Die Auswertung der halbjährigen
Projektarbeit erfolgt im Projektgruppenteam, dem das Potenzial
und die Möglichkeiten der jeweiligen Gruppen bekannt sind und
das die Phantasie aus den Gruppen aufnehmen und professionell
gestalten kann.
Für alle weiteren Fragen können Sie sich gerne
an
Silvia
Pöttinger (Tel.: 324- 3262; E-Mail:
silvia.poettinger@augsburg.de)
oder
Alexander
Radulescu (Tel.: 324-3261; E-Mail:
kulturhauptstadt@augsburg.de)
wenden.
Das nächste
Netzwerktreffen findet statt am: Montag, 24. Mai 2004 um 19.30
Uhr im Mesopotamienverein, Mendelssohnstr. 21, 86154 Augsburg
Protokollantin: Sonja Heim (Praktikantin im
Bewerbungsbüro) |