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01. März 2004 im Mesopotamien Verein Augsburg, Mendelssohnstraße 21, 86154 Augsburg

Anwesende Personen:

Ca. 60 Interessierte aus den unterschiedlichsten Vereinen, Religionsgemeinschaften, Gruppierungen und Netzwerken. Teilnehmer siehe Anwesenheitsliste.

I: Begrüßung

Gebro Aydin, Mesopotamien Verein, freut sich, dass so viele Personen der Einladung zu dem Netzwerktreffen gefolgt sind und wertet dies als großes Interesse an dem Theaterprojekt. Er sieht darin auch ein positives Zeichen für die Bewerbung Augsburgs als Kulturhauptstadt Europas. Er erläutert kurz die Arbeit des Mesopotamienvereins und dessen vielfältigen Aktivitäten (La Piazza, Theaterprojekte "Gilgamesch" und "Babylon", Folklore- und Musikgruppe, Frauengruppe, ...)

Silvia Pöttinger, Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt und Koordination 450-Jahre Augsburger Religionsfrieden, dankt dem Mesopotamien Verein für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, die freundliche Bewirtung und erneute Gastfreundschaft an diesem Abend und bittet alle Anwesenden, sich in die Adressenliste einzutragen. Sie erklärt kurz den Ablauf des Abends, an dem zunächst Herr Höft die Idee des Projekts vorstellen wird, unterstützt von Frau Niemann mit einer begrifflichen und von Frau Heinrich mit einer literarischen Annäherung an das Projektthema "Garten Eden – verlorenes Paradies?".

II: Projektskizze und Grundzüge des Theaterprojektes "Garten Eden – verlorenes Paradies?" von Thomas Höft, Intendant der Kulturhauptstadtbewerbung

Das Thema ist interreligiös und interkulturell und bietet daher die Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen einzubinden. Dies hat sich bei dem Lilith-Projekt als schwierig erwiesen und deshalb fand die thematische Erweiterung statt. Der Grundgedanke besteht darin, nicht auf das bisher Geleistete zu verzichten, sondern es in einen neuen Kreis mit einem neuen Projekt einzubringen.

Das Theaterprojekt ist auch bedeutend für die Kulturhauptstadtbewerbung. Es kann ein verwirklichtes Projekt daraus werden, das u. a. durch Sponsorengelder aus dem Bewerbungsetat finanziert werden kann. Das 450-jährige Friedensjubiläum der Stadt im Jahr 2005 bietet für das Projekt einen besonders passenden Rahmen, denn mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde ein Ausgleich zwischen unterschiedlichen Konfessionen geschaffen. Außerdem kommt die Paradies-Thematik in fast allen Religionen und Kulturen vor. Hiermit wird eine Zusammenführung aller Gruppen, Konfessionen und Menschen möglich, auch weil das Paradies eine enge begriffliche Verwandtschaft mit Heimat besitzt.

Die Umsetzung des Projekts hängt von der Mitarbeit und Beteiligung der einzelnen Bürgerinnen und Bürger sowie Gruppen ab. Zwei Prinzipien sind auch hier wieder leitend: Partizipation und Mischung. Es wird verschiedenen Arbeitsgruppen /Workshops geben, an denen man sich beteiligen kann:

- Kreative Schreibwerkstatt mit Themenfindung und Texterstellung
- Theaterspielen, Tanz, Choreographie
- Kostüme, Bühnenbild, Beleuchtung
- Regie, Dramaturgie
- Musik
- Öffentlichkeitsarbeit
- Organisation

 

III: Vorstellung der Projektmitarbeiter

a)         Susanne Niemann, Politologin, Seminarleiterin, Referentin

Frau Niemann weist darauf hin, dass sie einigen Anwesenden bereits durch ihre Vorträge im Rahmen des Lilith-Projekts bekannt sein dürfte. Seit anderthalb Jahren beschäftigt sie sich nun mit der Figur der Lilith. Bei der Fragestellung des heutigen Abends interessiert sie vor allem der Zusammenhang von Paradies und Frieden und die Rolle der Lilith in bezug auf das verlorene Paradies. Ihre Thesen hierzu hat sie auf einem Papier zusammengefasst, das sie an die Anwesenden verteilt. Dieser spezielle Aspekt wirft beispielsweise die Frage auf, welches Paradies Lilith, die sich ja freiwillig von Adam trennte, denn eigentlich verloren hat.

Allgemein betrachtet kann das Paradies als vielfältiger Reflexionsbegriff verwendet werden, indem man sich z.B. fragt, wie das Paradies denn ausgesehen hat und ob der Verlust des Paradieses mit der „Tödlichkeit des Lebens“ und der „Vertreibung in die Fremde“ zusammenhängt. Frau Niemann zitiert im Anschluss hieran ein Beispiel von Hans Blumenberg, für den die Wiederherstellung des Paradieses bedeutet, „für alles wieder den richtigen Namen zu haben“.

Frau Niemann wird für das Theaterprojekt den Bereich Dramaturgie übernehmen.

Herr Höft leitet zum Beitrag von Frau Heinrich über, indem er Frau Niemann für die „gedankliche Kompetenz“ dankt, die sie vom Lilith-Projekt her in das interkulturelle Projekt einbringen kann. Insgesamt gesehen gibt es für ihn zwei Möglichkeiten, an ein Stück zu kommen: Entweder man sucht sich ein passendes oder man schreibt selbst eines. Letzteres wird aktiv von Frau Heinrich unterstützt, die kreuz und quer durch Deutschland reist, um Schreib-Workshops zu geben.

b)         Jutta Heinrich, Schriftstellerin, Mitglied im P.E.N.

Frau Heinrich wird den Workshop "Schreibwerkstatt" leiten. Sie wird einen selbstverfassten kurzen Text zu diesem Theaterprojekt als Einstimmung auf das Thema verlesen, doch zunächst stellt sie sich kurz vor:

Sie hat einige Bücher und Theaterstücke geschrieben und sich darüber hinaus intensiv mit der Bibel beschäftigt und auseinandergesetzt. Sich selbst bezeichnet sie, auch gerade in ihrem schriftstellerischen Prozess, als krisengeschüttelte Person, die von ihren Schreibkrisen öfters in die Fremde getrieben wurde. Dies war auch der Grund für sie, Schreibwerkstätten in Bremen, Hamburg, Berlin und Freiburg usw. für interessierte Laien zu gründen und dabei hat sie vor allem eines gelernt: „kreative Demut“. Denn das Bedürfnis zu schreiben, sieht sie auch als Ausdruck für „Reste von Sinnsuche“ an. Eine Schreibwerkstatt ist ein Ort der Begegnung, eine Injektion für die teilnehmende Person und das Schreiben die Einlösung eines Versprechens an sich selbst. Eine immer wiederkehrende Erfahrung bestätigt Frau Heinrich in der Auffassung, dass es zwischen sog. „Laien“ und „Künstlern“ eigentlich nur eine hauchdünne trennende Wand gibt.

Nach diesen einführenden Worten verliest Frau Heinrich ihren Text und setzt sich beispielsweise mit dem Gedanken auseinander, ob denn Erkenntnis Sünde sein könne, wenn man eine spielerische Umdeutung des biblischen Ernstes vornimmt. Sie möchte dazu verführen, mit ihr gemeinsam vom Baum der Erkenntnis zu essen und eigene Wunschgärten aufzusuchen. Sie versteht sich als eine "Handlangerin", die die Lust am Ausdruck und den Mut zur eigenen Wissbegierde durch ihre Arbeit wecken möchte. Dies soll in einer Atmosphäre geistreicher Heiterkeit geschehen und als Untersuchungsgegenstand die Geschichte der Menschheit haben. Das babylonische Stimmengewirr beispielsweise bezeichnet sie als Wunder.

Mitzubringen sind für die "Schreibwerkstatt":

- Unvoreingenommenheit und Neugier
- Lust am Erfinden und Fantasieren
- Begeisterungsfähigkeit und Freude daran, den „Garten Eden“ zum Blühen zu bringen und in Sprache zu verwandeln
- Papier, Stift oder Laptop.

Als Nachwort hierzu schiebt Frau Heinrich ein, dass sie vorhat, dasselbe Thema auch in anderen deutschen Städten in ihren Schreibwerkstätten anzubieten, so dass es neben dem interkulturellen Zugang auch einen innerstädtischen Zugang zu diesem Projekt gibt, der eine Fülle von Geschichten und Erfahrungen zutage fördern soll.

Herr Höft hebt nochmals das Ziel des "gemeinschaftlichen Miteinanders" hervor und übergibt das Wort an

c)         Alexander Radulescu, Regisseur und Preisträger des Förderpreises der Deutschen Bank für seine Mozartinszenierung, Dramaturg des Bewerbungsbüros.

Herr Radulescu wird für das Theaterprojekt die Regie übernehmen und den Workshop "Theater / Tanz" leiten. Er veranschaulicht anhand eines halbgefüllten Glases Apfelsaft, das er in die Mitte des Raumes stellt, was Theater alles sein kann. Allein dieses Glas Saft oder Wasser sei bereits Theater, denn auf seine Weise erzählt es eine Geschichte. Ein Glas Wasser könne für einen Menschen bereits das Paradies bedeuten. Es kann als Anstoß dienen, seine Geschichte zu erzählen und genau dies beabsichtigt er mit seinem Workshop: Theater als Ort der Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, Konflikte auszutragen und Fragen nachzuspüren. Z.B. der Frage, was das Paradies für jeden Einzelnen bedeutet.

Bei diesem Projekt kommt es ihm vor allem auf die Improvisationsarbeit an. Es steht nicht so sehr die erlernbare Technik des Sprechens oder des Rezitierens im Vordergrund sondern die Teilnehmer sollen ermutigt werden, sich selbst mit ihren Wünschen und Sehnsüchten einzubringen und ihre eigene Geschichte auf der Bühne zu erzählen, z.B. welche Gründe es waren, die die Person nach Deutschland geführt haben.

Die interkulturelle Arbeit bedeutet für Herr Radulescu auch, offen zu sein für Texte in der jeweiligen Muttersprache. Spannend erzählte Geschichten in ihrer Muttersprache hätten einen besonderen Reiz, so dass es für Beteiligte aus unterschiedlichen Herkunftskulturen keine sogenannten "Sprachprobleme" gibt.

Mitzubringen sind für den Workshop "Theater / Tanz":

Lust auf Improvisation
Zusammen suchen wir nach Spielsituationen und Ideen zum Thema Paradies
Bequeme Kleidung und Lust zum Theaterspielen ohne jegliche Vor-Erfahrung.

Herr Höft betont, dass die Zusammenarbeit in dieser Konstellation neu ist und es bisher noch kein gemeinsames Projekt gegeben hat. Allerdings ist für eine erfolgreiche künstlerische Arbeit eine "Basis an Verlässlichkeit" notwendig, diese findet er u.a. bei Edda Rosemann, mit der er seit über zehn Jahren in den Bereichen Theater, Oper und Schauspiel zusammenarbeitet. Alle gemeinsamen Projekte waren von dem Grundgedanken der Partizipation geleitet und daher ist Frau Rosemann für ihn eine Meisterin im Zusammensuchen von originellen Idee und Objekten, auch eine Meisterin im Motivieren und Begeistern von Menschen. In diesem Sinne stellt das Theater für ihn im Endeffekt eine "Glücksmaschine" dar mit dem Versuch, dieses Glück auch auf andere Menschen zu übertragen.

d)         Edda Rosemann, Künstlerin, bekannt durch die künstlerische Begleitung des "Tunnelprojekts"

Frau Rosemann wird den Workshop "Bühnenbild" leiten. Sie macht deutlich, dass sie noch keine festen Vorstellungen in bezug auf die künstlerische Mitarbeit im Theaterprojekt hat. Vielmehr möchte sie sich von den Ideen und der Kreativität, die im Werdeprozess entstehen werden, überraschen lassen. Als Vorbereitung für das heutige Treffen hat sie in Gedanken einen kurzen Film gedreht und sich auf diese Weise mit dem Thema "Paradies" auseinandergesetzt. Sie beschreibt den "Film" wie folgt: Er besteht aus vielen kleinen Aufnahmen eines Bildes, das sie fotografiert hat. Jedes Bild steht für eine mögliche Blickperspektive auf das Ganze und am Ende des Films wird der Satz eingeblendet, dass das Paradies bzw. das Glück übertragbar sei.

Frau Rosemann beschreibt kurz für alle Teilnehmer die spannende und erfolgreiche Arbeit bei der Ausmalung des Tunnels. Allein schon die Zusammenarbeit in diesem Projekt mit den aufgeschlossenen Menschen war für sie eine Bereicherung und sei daher schon "paradiesisch" gewesen. So möchte sie es auch gerne mit dem neuen Projekt halten, das sie nicht als ein fertig gefasstes Vorhaben ansieht, sondern als eine Quelle, die Kreativität ringsherum zu entfalten. Sie kann sich vorstellen die Idee eines Paradieses mit den Lieblingsdingen in Verbindung zu bringen, mit denen sich jeder Einzelne gerne umgibt.

e)         Silvia Pöttinger, Referentin für Frieden und Interkulturalität im Bewerbungsbüro und Koordination 450-Jahre Augsburger Religionsfrieden

Frau Pöttinger hat die organisatorische Leitung und Koordination des Theaterprojekts inne. Sie erklärt den organisatorischen Ablauf der Arbeitsgruppen / Workshops und die Ziele der Netzwerktreffen: In regelmäßigen Abständen von ca. drei Monaten treffen sich alle wieder zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen, um über die Ergebnisse aus den jeweiligen Arbeitsgruppen / Workshops zu berichten und alle wieder auf den aktuellen Projektstand zu bringen.

Anschließend verteilt sie Listen mit den Workshop-Angeboten und bittet darum, sich für die entsprechenden Workshops anzumelden. Mehrfache Eintragungen bei Interesse an mehreren Workshops sind möglich, denn evtl. haben manche Personen Interesse daran, an mehreren Workshops mitzumachen bzw. am Anfang erstmal "hineinzuschnuppern". Aus diesem Grunde wurden beispielsweise die Termine für die ersten Workshops "Schreibwerkstatt" und "Theater / Tanz" auf die gleichen Wochenenden in denselben Räumlichkeiten (aber natürlich in getrennten Räumen) gelegt. Zwischen beiden Bereichen gibt es keine eindeutige Trennung, da in der praktischen Arbeit Idee und Ausführung immer aufeinander bezogen sind.

IV: Organisatorisches

a)         Wann finden die Workshops statt?

Wir beginnen mit den Workshops "Schreibwerkstatt" und "Theater / Tanz". Um eine intensive und kontinuierliche Arbeit zu ermöglichen, wurden die Termine für die Workshops auf Wochenenden gelegt:

erstes Wochenende: 16./17./18. April 2004

Freitag, 16.04.04:       18.00 - 20.00 Uhr       Dieses Treffen dient dem gegenseitigen Kennenlernen der Teilnehmer. Die Workshop-Leiter geben einen Einblick in den Ablauf und die Vorgehensweise.

Samstag, 17.04.04:    10.00 - 18.00 Uhr

Sonntag, 18.04.04:     10.00 - 16.00 Uhr

 

zweites Wochenende: 01./02. Mai 2004

Samstag, 01.05.04:    10.00 - 18.00 Uhr

Sonntag, 02.05.04:     10.00 - 16.00 Uhr

 

drittes Wochenende: 22./23. Mai 2004

Samstag, 22.05.04:    10.00 - 18.00 Uhr

Sonntag, 23.05.04:     10.00 - 16.00 Uhr

Die Termine für die restlichen drei Workshops (insgesamt sind zur Zeit ca. sechs geplant) werden nach Absprache mit den Workshopteilnehmern rechtzeitig bekanntgegeben.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an allen Workshops für die Teilnehmer kostenfrei ist. Das Projekt wird aus dem Bewerbungsetat finanziert, wobei Herr Höft ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich hierbei nicht um Gelder der Stadt, sondern um private Spenden / Sponsoren für dieses Projekt handelt.

Außerdem wird darum gebeten, die Projektidee in der Gruppe, im Bekannten- und Freundeskreis weiterzuverbreiten und andere Menschen zu den Workshops einzuladen, die zum Netzwerktreffen an diesem Abend nicht kommen konnten. Zur leichteren Weitergabe wird ein Flyer erstellt werden (siehe Anlage). Neue Teilnehmer sollten sich bitte bei Frau Pöttinger (Tel.: 0821/ 324- 3262; E-Mail: silvia.poettinger@augsburg.de) melden.

Der Termin für die Premiere wird auf den 04. Juni 2005 festgesetzt.

Wo finden die Workshops statt?

Die Sparda-Bank Augsburg eG, eine der Hauptsponsoren der Bewerbung Augsburgs als Kulturhauptstadt, stellt freundlicher Weise zu sehr günstigen Konditionen ihr Tagungszentrum zur Verfügung. Die Adresse lautet:

Sparda-KomMed-Zentrum (Gebäude neben der Sparda Bank)

Prinzregentenstr. 25

4. Stock

86150 Augsburg

 

Das Tagungszentrum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen (Haltestelle Hauptbahnhof). Vor dem Gebäude gibt es auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz (pro Stunde 1, 35 Euro). Kaltgetränke können vor Ort gekauft werden, ansonsten ist die Verpflegung bitte mitzubringen. Für die Mittagspause können die in der Bahnhofstraße liegenden Cafés, Bäckereien, Imbissbuden, usw. genutzt werden.

V: Diskussion

Herr Kruse, Lehrer an der Reichleschen Wirtschaftsschule und Schulspielleiter, möchte wissen, wie viele Personen pro Projektgruppe teilnehmen können und ob die Teilnahme von Schülern angesichts des eher "hohen Durchschnittsalters" der Anwesenden erwünscht wäre?

Frau Heinrich gibt wegen der intensiven Betreuung für ihre Schreibwerkstatt eine Höchstgrenze an Teilnehmern von 20-22 Personen an. Es können sich aber noch Leute anmelden.

Herr Radulescu sieht für die praktische Theaterarbeit anfangs noch keine Personenbegrenzung vor. Bei starkem Interesse könnten die Workshops evtl. aufgeteilt werden. Auf jeden Fall gilt gerade für den Anfang des Projekts die Faustregel: "Umso mehr, desto besser."

Auf alle Fälle sind auch Jugendliche und Schüler herzlich willkommen an dem Theaterprojekt und den verschiedenen Workshops teilzunehmen. Wäre schade, wenn "nur" Erwachsene mitwirken würden.

Frau Roberta Kelly, Sängerin und Leiterin zweier Gospel-Chöre möchte nochmals den Sinn und das Ziel des Projekts erläutert bekommen.

Herr Höft sieht das Projekt in seiner Wirkkraft von zwei Seiten: Die Wirkung erzielt es nach innen und nach außen. Nach innen dient es dazu, unterschiedlichste Menschen und Gruppen zusammenzubringen und nach außen ein interkulturelles Theaterprojekt für die 450-Jahrfeier des Augsburger Religionsfriedens aus der Bürgerschaft heraus zu realisieren.

Frau Molando Nardon meldet sich zu Wort. Sie ist Deutschlehrerin und freie Autorin und weist darauf hin, dass sie glaubt, man dürfe das ganze Projekt nicht zu intellektuell anlegen, um auch wirklich eine breite Mitarbeit zu gewährleisten. Außerdem interessiert sie, inwiefern die Workshops aufeinander aufbauen.

Frau Heinrich bestätigt den Einwand von Frau Nardon und versichert, das Projekt solle intellektuell nicht abgehoben sein, dies wäre ja auch kontraproduktiv für die freie Kreativität jedes Einzelnen.

Herr Radulescu betont, ihm und allen anderen sei Kontinuität in der Arbeit wichtig. Allerdings soll die Teilnahme am Projekt nicht scheitern, weil jemand nicht an allen Terminen Zeit hat.

Es melden sich mehrere junge Frauen der türkisch-deutschen Theatergruppe "Tiyatro Biber" zu Wort und eine Frage davon lautet, inwiefern das neue Stück "Garten Eden – verlorenes Paradies?" nun alt sei, d.h. sich auf Lilith bezieht?

Herr Höft antwortet, dass es im "Lilith-Projekt" bisher eine intensive Vorarbeit gegeben habe aber noch keine konkreten Theaterideen umgesetzt wurden. Er äußert daher den Wunsch an die Teilnehmer aus dem Lilith-Netzwerk, in dem neuen Projekt "Garten Eden - verlorenes Paradies?" mitzumachen.

Eine weitere Fragestellerin möchte wissen, wie groß der Anteil der Lilith am neuen Projekt ausfallen wird?

Herr Höft sagt, dies hänge von den Personen ab, die in dem neuen Projekt mitarbeiten. Insofern wird es, was die Lilith betrifft, natürlich keine Zensur oder Denk- und Sprechverbote geben.

Auf die Frage, wie die Umsetzung dieser Theateridee aussehen wird, antwortet

Herr Radulescu, dass das weitere Vorgehen von den Einträgen in die Workshop-Listen abhängt. Wenn es viele Überschneidungen in den Sparten Schreiben und Schauspiel gibt, dann müsste man die Gruppen tageweise aufteilen. Insgesamt ist es aber besser, wenn ein paralleler Arbeitsprozess entsteht.

Sonja Fischer, die als Märchenerzählerin gemeinsam mit ihrem Mann ein eigenes Märchenzelt betreibt, möchte wissen, wie Künstler, die an einer Mitarbeit interessiert sind, aber bereits in andere Projekte eingebunden sind, beim interkulturellen Theater mitmachen können.

Herr Höft weist darauf hin, dass dies auch vom Ausgang dieses Abends abhängig ist. Bei vorhandenen offenen Bereichen kann über eine professionelle zusätzliche Ergänzung nachgedacht werden, die evtl. auch finanziell aus dem für das Projekt eingerichteten Etat vergütet werden kann.

Herr Kruse von der Wirtschaftsschule interessiert sich ebenfalls für die praktische Umsetzung und fragt, inwiefern die Texte aus der Schreibwerkstatt aufeinander abgestimmt sind und wer letztendlich darüber entscheidet, ob daraus ein Stück wird oder nicht.

→ Frau Heinrich sieht ihre Aufgabe darin, die Menschen zum Schreiben zu animieren. Dies kann nicht geschehen, wenn eine zu große Idee das Schreiben blockiert. Deshalb ist es wichtig, den "großen unverdaulichen Apfel" in kleine appetitliche Stücke aufzuteilen.

Herr Radulescu betont, dass das Stück auf der Grundlage der Texte aus der Schreibwerkstatt zustandekommen wird. Die Zusammenstellung dieser Ideen erfolgt durch die gemeinsame Auswahl der Projektleiter.

Herr Höft sieht ebenfalls die Gefahr durch eine zu starke anfängliche Festlegung die Kreativität jedes Einzelnen zu behindern. Die Auswertung der halbjährigen Projektarbeit erfolgt im Projektgruppenteam, dem das Potenzial und die Möglichkeiten der jeweiligen Gruppen bekannt sind und das die Phantasie aus den Gruppen aufnehmen und professionell gestalten kann.

Für alle weiteren Fragen können Sie sich gerne an

Silvia Pöttinger (Tel.: 324- 3262; E-Mail: silvia.poettinger@augsburg.de) oder

Alexander Radulescu (Tel.: 324-3261; E-Mail: kulturhauptstadt@augsburg.de) wenden.

Das nächste Netzwerktreffen findet statt am: Montag, 24. Mai 2004 um 19.30 Uhr im Mesopotamienverein, Mendelssohnstr. 21, 86154 Augsburg

Protokollantin: Sonja Heim (Praktikantin im Bewerbungsbüro)

 
 
 

 

 


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