Protest gegen "Genozid an Christen im Irak"
Kirchen demonstrieren gegen Ermordung des irakischen Erzbischofs Rahho
Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)
Mit einer Demonstration haben rund 250 Menschen vor dem Augsburger Rathaus gegen die Ermordung des irakischen Erzbischofs Paulus Faraj Rahho protestiert. Wie die Chaldäische Gemeinde Augsburg erklärte, markiere die gewaltsame Entführung und Ermordung des Oberhaupts der chaldäisch-katholischen Kirche von Mosul einen "traurigen Höhepunkt" im Terror gegen die Assyrer.
Derzeit würden die letzten Assyrer aus ihrer Heimat vertrieben oder ermordet. Ohnehin sei die assyrische Gemeinschaft, die bis vor zwanzig Jahren noch rund 1,5 Millionen Mitglieder zählte, inzwischen zu zwei Dritteln aus dem Land vertrieben worden. Sollte die Weltengemeinschaft nichts unternehmen, um die Lage der Assyrer und Christen zu verbessern, werde der Nahe Osten bald "christenfrei" sein, erklärte die Gemeinde.
Auch die "Assyrisch Demokratische Organisation" (Wiesbaden) protestierte gegen die Ermordung von Bischof Raho und seiner drei Begleiter. Die Assyrer zählten zu den ersten Bewohnern Mesopotamiens, des heutigen Iraks. Nun würden sie von religiösen Fanatikern "bedroht, verfolgt, beraubt, ermordet und vertrieben". Dieser "schleichende Genozid an den Christen im Irak" erfolge ohne Reaktion der Europäer.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien noch 21 Prozent der Bevölkerung im Irak Christen gewesen. Inzwischen seien dies nur noch 3,5 Prozent. Von derzeit rund 800.000 Assyrern befänden sich über 350.000 auf der Flucht nach Jordanien, Syrien, Libanon und in die Türkei. Eine Rückkehr sei nur möglich mit Hilfe einer autonomen Schutzzone, so die Organisation. (0543/23.03.08)
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