
1. April – Assyrisches Neujahrsfest
Das assyrische Neujahrsfest „Akitu“ wird seit Jahrtausenden am 1. April gefeiert. Diese Tradition haben
viele Völker des Orients übernommen und setzen sie teilweise bis heute fort. Das Fest dauerte elf
Tage. Für jeden Tag waren bestimmte Feierlichkeiten und Rituale vorgeschrieben. König und
Oberpriester spielten dabei eine führende Rolle. Das prunkvolle Fest bedeutete für die Bevölkerung
eine Zeit der Fröhlichkeit. Am 5. Tag begab sich der König zum Tempel, kniete vor dem Gott Marduk
nieder und legte eine „Beichte“ ab. Anschließend wurde ein Jahresbericht abgegeben und Pläne für
das nächste Jahr vorgetragen. Der König sprach danach seinem Volk die besten Wünschen aus. Der
Monat April wird in Mesopotamien bis heute als Monat der Fruchtbarkeit erachtet. Diese Zeit, in
der die Mutter Erde zum Leben erwacht, bedeutet für die Menschen Hoffnung. Deshalb wurde und wird
sie als Beginn des Neuen Jahres gefeiert. Das Ritual des Händeschüttelns, das Resümieren der Aktivitäten
des vergangenen Jahres und die Planung der Vorhaben für das Neue Jahr haben seit Jahrtausenden für unsere
Zivilisation gesellschaftliche und politische Bedeutung. Das Fest am 1. April ist bis heute ein Teil
unserer Kultur, zu deren Bewahrung wir uns verpflichtet fühlen. Innerhalb der letzten 100 Jahre hat
ein Teil unseres Volkes die Heimat Mesopotamien (Beth - Nahrin) verlassen oder verlassen müssen.
Die Unterdrückung und Diskriminierung haben uns zu Fremden in der Heimat gemacht. Trotz der Probleme
und neuen Leiden hat unser Volk an den Feierlichkeiten zum 1. April, dem assyrischen Neujahrsfest,
festgehalten. Der 1. April als Beginn des Neuen Jahres soll uns Kraft geben, weiterhin für unsere
Ziele zu kämpfen.
In diesem Sinne wünschen wir ein frohes Neues Jahr in Frieden und Freiheit.
bethnahrin.de
Englisch: Khä B'Nësán (April 1st) - Assyrian New Year
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